Lions Club Madonnenland übergab Spende in Höhe von 1500 Euro an Odenwälder Freilandmuseum
Gottersdorf. Vom Acker in die Müsli-Schüssel: Die museumspädagogische Arbeit des Odenwälder Freilandmuseums Gottersdorf ist mithilfe einer Lions-Spende mit fünf Flockenquetschen zur Herstellung von Haferflocken sowie fünf Getreidemühlen zur Produktion von Getreideschrot ausgestattet worden. Die Spendenübergabe fand in den Räumen der museumspädagogischen Lehrküche, die gerade fertiggestellt wird. Die wissenschaftliche Leiterin des Odenwälder Freilandmuseums, Margareta Sauer, erläuterte den Zusammenhang, in dem die überreichte Spende künftig ihre wichtige Wirkung zeigen wird.
Im vergangenen Jahr haben demnach etwa 40 Schülergruppen das Odenwälder Freilandmuseums besucht, insgesamt rund 500 Kinder und Jugendliche. Die Mehrheit dieser Gruppen sind Grundschüler der dritten oder vierten Klasse. Aber auch andere Schulen sind mit vertreten, wie die Auerberg-Schule Walldürn und das Karl-Ernst-Gymnasium Amorbach. Die Museumsbesuche finden häufig zum Lehrplanthema „Ernährung“ statt, aber auch im Rahmen von schulischen Aktionswochen. Sie bereichern das jeweilige Lehrkonzept mit einer Vielzahl an schülergerechten emotionalen und handlungsaktiven Elementen. Ein von Lehrern gerne ausgewähltes museumspädagogisches Themenprogramm, so Margareta Sauer, sei „Vom Korn zum Brot“.
Dabei erleben die Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihres Besuchs in Gottersdorf den Weg des Korns von der Aussaat bis zur Ernte und – bei Zubuchung – darüber hinaus dessen Verarbeitung zum Nahrungsmittel, wie Müsli oder Brot. Margareta Sauer: „Wir gehen mit den Kindern aufs Feld. Wir zeigen die Ackergerätschaften und Arbeitsschritte. Wir stellen ihnen die Getreidearten und deren oft unterschiedliche Verwendungsbandbreite vor. Wir erarbeiten mit ihnen Grundbegriffe des Verstehens, wie ,heimisch‘, ,regional‘ und ,gesunde Ernährung‘. Indem sie vieles rund ums Korn handwerklich selber machen, bleibt ihnen das Erlernte besser im Gedächtnis haften.“
Auf die Frage, ob dieses museumspädagogische Konzept die aktuelle Generation von mehr und mehr digital orientierten Kindern erreiche, antwortete Sauer mit einem Schmunzeln: „Wir erreichen damit sogar 15-jährige Teenager, für die in diesem Alter bekanntlich ja sehr viele Dinge des täglichen Lebens ,voll uncool‘ sind.“
Im Rahmen des museumspädagogischen Programms „Müsli aus heimischen Zutaten selber herstellen“ verarbeiten die jungen Museumsbesucher künftig verschiedene Getreidearten mithilfe der neuen nicht-elektrischen Flockenquetschen und Getreidemühlen. Dazu ergänzend knacken sie museumseigene Walnüsse, zerschneiden Trockenobst und mischen sich aus all dem ihre persönliche Müslirezeptur nach eigenem Gusto. Margareta Sauer: „Für uns sind die neuen Gerätschaften ebenso wichtig wie die seinerzeit gespendete Honigschleuder, die bei uns mehrmals im Jahr in Betrieb ist. Mit ihrer Hilfe erleben die Kinder, wie Honig aus Bienenwaben entnommen wird.“
Bürgermeister Meikel Dörr, zugleich Vorsitzender des Fördervereins des Odenwälder Freilandmuseums Gottersdorf, rief in seinem Grußwort Sinn und Zweck der neu erworbenen Gerätschaften in Erinnerung: „Es geht uns im Odenwälder Freilandmuseum nicht allein darum, Aspekte der Geschichte zu zeigen, sondern gerade auch darum, Kindern die Möglichkeit zu geben, sie für sich zu entdecken: Wie haben die Menschen vor uns gelebt? Was alles haben sie selber gemacht, um es überhaupt zur Verfügung gehabt zu haben? Gerade auch für ihre tagtägliche Ernährung?“ Um solcherlei Lehrinhalte künftig verstärkt vermitteln zu können, habe das Freilandmuseum seine museumspädagogische Scheune im Anwesen Bär in unmittelbarer Nachbarschaft des Museums barrierefrei ausgebaut. Dörr dankte Sauer für ihre Weiterentwicklung der museumspädagogischen Arbeit, die sie mit großem Engagement leiste.
Der Lions Club Madonnenland, so berichtete Projektpate Bernhard Bischof bei der Spendenübergabe, lege einmal pro Jahr im Frühjahr fest, welche Projekte in der Region anhand der erarbeiteten Spendengelder vom Club unterstützt werden. Jedem gebilligten Projekt werde dann ein Projektpate zur Seite gestellt, der sich um dessen Organisation und Abwicklungen kümmere. „Das Projekt ,Müsli aus heimischen Zutaten selber herstellen‘ hat von allen unseren Mitgliedern unisono begeisterte Zustimmung gefunden“, sagte Bernhard Bischof. Es entspräche den satzungsgemäßen Zielen des Lions Clubs Madonnenland, die Entwicklung und Stärkung von Kinder der Region zu fördern: von der körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung bis hin zu deren Lesefähigkeit.
Das am Tag der deutschen Einheit in Gottersdorf übergebene Spendengeld stammt aus den regelmäßig veranstalteten „After Work“-Partys beim BMW-Autohaus Müller in Hettingen und dem Verkaufserlös der beliebten Lions-Club-Adventskalender, hinter dessen Türchen sich in diesem Jahr Überraschungen im Wert von rund 56 000 Euro verbergen. Zu haben ist er wieder ab November. Bernhard Bischof: „Wir freuen uns sehr, dass die Bevölkerung unsere Aktionen immer gerne annimmt – damit wir Lions dort helfen können, wo es Menschen guttut.“
